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Gedanken

 

Bilder, so abstrakt wie Musik

Wie entstehen meine Bilder?
Es beginnt mit einem Unwohlsein, Rastlosigkeit. Irgendetwas berührt, bewegt, beschäftigt mich. Immer sind damit Gefühle verbunden, Freude, Glück, Wut, Angst, Traurigkeit, Apathie, Lust. Dann male ich ein Bild, ganz spontan, nur mit einer vagen Idee von Farben, Formen, Strukturen im Kopf. Zuerst sind es einige wenige Striche, manchmal schnell übers Papier fegend, manchmal im quälend langsamen Zeitlupentempo. Dann kommen vielleicht farbige Flächen dazu, wobei ich Tinte, Wasserfarben, Ölkreiden, Bleistift brauche, einfach alles womit Papier bedeckt werden kann. Schliesslich braucht es noch verschiedene Elemente, welche für ein harmonisches Gleichgewicht sorgen.

Abstraktion ermöglicht eine erfrischende Freiheit. Die einzelnen Elemente müssen dann nicht den Schatten einer Tomate oder sonst etwas repräsentieren. Sie dürfen das sein, was sie sind, ein roter Fleck oder eine schwarze Linie etc. Sie können ihr eigenes Wesen darstellen, ihre eigene Eigenart. Sie können auch in Beziehung zu anderen Elementen treten und so bildnerische Melodien erzeugen.

Beim Betrachten empfehle ich Dir, nahe ans Bild heran gehen, dann siehst Du das worauf es mir ankommt, also Farbe, Struktur, Zusammenhänge, Kraft. Nie wollte ich Gesichter, Landschaften oder andere Dinge malen, obwohl Du vielleicht solches zu erkennen glaubst, was ich Dir natürlich nicht verbieten kann. Zweitens möchte ich empfehlen, die Art von Energie eines Bildes zu erforschen, welche Dich persönlich anspricht. Schön wäre es schliesslich, wenn Dir beim Betrachten Assoziationen auftauchen, welche mit Deinem eigenen Leben zu tun haben.  So kann eine Bildbetrachtung zu einer spannenden Bereicherung werden.

 
 

 

Die Liebenswürdigkeit des Unscheinbaren

Objekte als intuitiv-konzeptionelle Installationen

Meine Installationen sind keine in irgendeinem Material gestalteten Plastiken, welche etwas darstellen. Es sind auch keine darstellenden Kreationen, wie sie etwa Picasso hergestellt hat, wenn er mit einem Velosattel und einer Lenkstange einen Stierkopf gestaltet, auch nicht solche wie die von Beuys, für den die Dinge Symbolcharakter haben oder bestimmte Eigenschaften verkörpern wie Elektrizität als die Energie von Kupferstäben, wie die Wärme von Filz, Vergänglichkeit von Butter.

Die Teile, welche ich verwende, sind mir irgendwie entgegengekommen. Ich habe sie gefunden, oft in der Natur draussen in Wäldern, Flüssen, in den Alpen, am Meeresstrand aber auch auf Bauplätzen, im industriellen Abfall. Da gibt es rostigen Draht, Blechteile, Elektrikerdraht, Kunststoffrohre, Plexiglas, Schaumstoffteile, Fischernetze, Drahtgitter, Wäscheleinen und Schnüre, auch Muscheln und Steine und manchmal Tierschädel.

Ich habe mich ihnen zugewendet, also zugeneigt, und dabei ist „Zuneigung“ entstanden. Sie sind mir vertraut geworden. Sie haben mir ihre Gestalt, ihre Farbe, ihre materielle Eigenart und irgendwie ihr  Wesen gezeigt. Und sie haben mir auch ihre Geschichte erzählt oder doch wenigstens erahnen lassen. Es lässt mich über das Wesen der Dinge und über die Geschichte der Welt, also über die Evolution nachdenken.

Ich gehe dann noch einen Schritt weiter und setze verschiedene Teile in Bezug zueinander. So entsteht so etwas wie eine „Gruppe“ mit einer eigenen Gruppenstruktur: Es ergeben sich Dominanzen, Freundschaften, Gegensätze. Die Teile, welche ich so zu einer Installation zusammen bringe, sind also sich selbst. Sie haben in der Regel ihre frühere Funktion erfüllt und sind jetzt frei, sich selbst zu sein.

Natürlich sind es immer noch unscheinbare Dinge und keinesfalls Kostbarkeiten. Aber wer sagt denn, was kostbar ist? Ich denke es ist unsere Kultur, welche unsere gängigen Wertvorstellungen prägt. Typischerweise sind es Dinge, die selten sind, also Gold, Edelsteine, Genies, Sonnenfinsternisse, Spurenelemente, homöopathische Mittel. Das Leben besteht aber meistens in millionenfacher, ja milliardenfacher Ausführung: Menschen, Zellen, Bäume, Sterne, Atome. Führt unser Streben nach Kostbarem also nicht am Lebendigen vorbei? Unscheinbare Dinge gehören typischerweise zu häufigen Erscheinungen. Es scheint mir deshalb gerechtfertigt, sich mit unscheinbaren Dingen zu befassen. Vielleicht verlieren sie dabei ihre Unscheinbarkeit und werden zu Lebendigem.

 
 

 

Bilder der Welt

Meine Fotografien zeigen Dir, was ich sehe. Du siehst vielleicht Anderes, aber vielleicht regt Dich die Betrachtung meiner Bilder an, etwas Neues in der Welt zu sehen. Ich wünsche Dir offene Augen!

 
 
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